Das Vorstellungs- oder Bewerbungsgespräch

Was entscheidet über Ihren Erfolg und Misserfolg?

Mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, haben Sie den "Fuß in der Tür". Das ist Ihre Chance, sich persönlich zu präsentieren. Je besser Sie sich selbst verkaufen können, umso wahrscheinlicher ist der Erfolg.

  • Sofort erledigen
    Bestätigen Sie umgehend den Termin schriftlich.

    Falls der Benachrichtigung ein Personalfragebogen beiliegt, füllen Sie ihn vollständig aus. Nur wenn Sie sicher sind, dass der Fragebogen auf dem Postweg vor Ihrem Termin ankommt, schicken Sie ihn sofort ab. Ansonsten nehmen Sie ihn mit zum Gespräch.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

  • Gesprächsunterlagen zusammenstellen
    Jede Bewerbung, die man verschickt behält man als Kopie in seinen eigenen Unterlagen. Stellen Sie alle Unterlagen der Bewerbungsmappe, also die Stellenanzeige, das Anschreiben, den Lebenslauf und die Zeugniskopien, die Sie an diese Firma geschickt haben, zusammen und legen Sie diese für das Vorstellungsgespräch bereit. Zu den Gesprächsunterlagen gehören ebenfalls die Einladung und eventuell der Personalfragebogen. Zusätzlich sollten Sie den Geschäftsbericht des Unternehmens bei sich haben.
  • Informationen über das Unternehmen
    Besorgen Sie sich Informationen über das Unternehmen wie Umsatz der letzten Jahre, Anzahl der Mitarbeiter, Geschäftsfelder, Wettbewerber und den eventuellen Aktienkurs.

Welche Informationen sind wichtig? Hier ein möglicher Fragenkatalog
Name des Gesprächspartners
Funktion des Gesprächspartners
Eigentümer / Muttergesellschaft
Gründungsjahr, Standorte
Marktanalyse: Konkurrenz, Zielgruppen, Produktion, Produktpalette
Corporate Identity
Unternehmensform

Unternehmens- und Führungsstruktur
Unternehmens-
und Führungskultur
Innovations
- und Modernisierungsabsichten
Produkte / Dienstleistungen

Unternehmensgröße: Anzahl der Mitarbeiter, Umsatz, Produktion, Absatzmenge
Absatzwege / Hauptkunden
Hauptwettbewerber
Besonderheiten der Branche
Stellung des Unternehmens im Markt
Ziele des Unternehmens
Aufgabenstellung
Organisatorische Einbindung
Kompetenzen
Unterstellte Mitarbeiter
Entwicklungsmöglichkeiten
Monats- / Jahreseinkommen
Erfolgsbeteiligung
Sozialleistungen
Firmenwagen
Arbeitszeit
Standort / Dienstort
nächster Termin / Bescheid bis wann?

Befassen Sie sich mit dem Unternehmen, informieren Sie sich im Internet und in Branchenpublikationen oder lassen Sie sich einen Jahresbericht zusenden. Notieren Sie sich Fragen für das Gespräch. Welche Produkte, der Kundenkreis, Größe und Form des Unternehmens sind nur einige Punkte, die man vorher erkunden sollte. Oft wird im Internet eine Seite „Über uns“ oder ähnlich angeboten, auf der nicht selten auch Fotos Ihrer zukünftigen Vorgesetzten und/oder Mitarbeiter zu finden sind. Sie sehen schon im Vorfeld, wer auf Sie „zukommt“.

Wo bekomme ich Informationen über das Unternehmen?

  • der Geschäftsbericht vom Unternehmen selbst
  • die Website des Unternehmens im Internet
  • Arbeitsämter
  • andere Stellenausschreibungen
  • Industrie- und Handelskammern
  • Zeitungen (je nach Unternehmensgröße lokal, regional, überregional)
  • Fachzeitschriften
  • Wirtschaftsverbände
  • Messen und Kongresse
  • Bekanntenkreis
  • Stellen Sie Fragen zusammen
    Mit Fragen zeigen Sie Interesse und haben die Möglichkeit das Gespräch aktiv mit zu gestalten.
  • Die G-Frage
    Überlegen Sie sich, wie viel Sie als Gehalt fordern wollen, falls das Gespräch darauf kommt. Merken Sie sich die Bruttosumme als Jahresgehalt und als Monatsgehalt. Gleiches gilt für Ihr heutiges Gehalt.

Oft wird schon in den Stellenangeboten nach den Gehaltsvorstellungen des Bewerbers gefragt. Nur wenn ausdrücklich gefragt wird, empfiehlt sich eine Angabe. Im Tarifbereich genügt der Hinweis auf den Tarif. Das angestrebte Gehalt gehört in das Bewerbungsschreiben und nicht in den Lebenslauf. Sie sollten sich informieren, was vergleichbare Angestellte verdienen und einen Bereich (Zwischen …….€ und …..€) anbieten. Die Begrenzungswerte könnten sich bei Arbeitssuchenden ALG I mit gleichem Abstand nach oben und unten um das Mittel herum bewegen. Bei ALG I und 50+, in manchen Branchen schon ab dem 45+, sollte der untere Wert rund 10% niedriger sein.  Bei ALG II ist die Korrektur des unteren Wertes um 10% nach unten empfehlenswert, bei ALG II und 50+ ist eine weitere Absenkung um 10% zu empfehlen.

  • Planung der Anreise
    Planen Sie Ihre Anreise im Detail. Welcher Zeitpuffer ist notwendig? Falls der Termin sehr früh morgens liegt, sollten Sie vielleicht einen Tag früher anreisen und übernachten. Denken Sie bei der Zeitplanung an Verzögerungen durch Stau, lange Wege auf dem Firmengelände, Sicherheitskontrolle, ... .

Sie wollen diese Strecke in Zukunft täglich fahren. Geben Sie die Adresse der neuen Firma zum Beispiel bei google-maps ein und prüfen Sie die die örtlichen Begebenheiten: Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten, ist eine Station des ÖPNV (Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn) in der Nähe und so weiter. Lassen Sie sich die Fahrzeit mit dem Routenplaner errechnen, prüfen Sie die Fahrpläne des ÖPNV. Suchen Sie alternative Fahrstrecken heraus.

  • Kleidung überprüfen
    Wählen Sie eine Kleidung, die der Position und Branche entspricht. Nicht zu leger, eher etwas konservativer. Am wichtigsten aber ist: Sie müssen sich sich selbst gefallen und sich in der Kleidung wohl fühlen. Neue Schuhe oder auch neue Kleidungsstücke können drücken und zwicken. Deswegen sollten Sie solche Teile bereits vorher ein oder zwei Tage probetragen. Nichts kann lästiger sein, als Schuhe, die unangenehm drücken oder ein Rocksaum, der während des Vorstellungsgesprächs immer wieder zu hoch rutscht. All dies längt Sie vom Gespräch ab und kann sich negativ auswirken. Auf einer längeren Anreise empfiehlt sich eine lockere Kleidung, die vor dem Ziel in passende Businesskleidung gewechselt wird.
  • Parfums, Rasierwasser und Knoblauch
    Mehr als 90 % aller Entscheidungen werden auf der emotionalen Beziehungsebene getroffen! Die Kommunikation findet zu 7% über das gesprochene Wort, 38% über Stimme, Tonfall und zu 55 % nonverbal, also über Ihre Körpersprache statt. Sie werden von Ihrem Gesprächspartner wahrgenommen in Aussehen, Mimik, Gestik, Haltung, Benehmen, Stimme, Aussprache, Tonfall, Hautfeuchtigkeit, Händedruck, Körpergeruch, Mundgeruch, Parfum und / oder Rasierwasser.

Empfehlung für die Damen: Benutzen Sie ein dezentes Make-up und vermeiden Sie aufdringliche Parfums. Vermeiden Sie jeden Hauch von Erotik und Betonung Ihrer Weiblichkeit. Achten Sie darauf, dass Sie sich wohl fühlen in Kleidern und Schuhen, vermeiden Sie auffällig klappernden Schmuck.

Empfehlung für die Herren: Vermeiden Sie persönliche Vorlieben, wie "Turn"-schuhe,  Fliegen, Kettchen, Knopf im Ohr oder weißen Sportsocken zum Anzug. Der Anzug sollte hochwertig sein, farblich dezent in grau, blau etc., die Socken lang und farblich passend (keine Sportsocken), Schuhe (geputzt und nicht ausgetreten) und Gürtel in der Farbe abgestimmt. Das Hemd empfiehlt sich mit mindestens 70% Weißanteil zu wählen, dunkle Farben sind selten positiv. Schließen Sie den oberen Kragenknopf, sollte das Hemd zu eng sein, dann kaufen Sie ein neues. Sie fühlen sich nicht wohl, wenn die Kleider nicht passen. Haare und Bart sollten gepflegt sein, die Hände und Fingernägel gepflegt und kurz geschnitten.

Setzen Sie ein neutrales Deo ein und vermeiden Sie unbedingt aufdringliche Parfums oder Rasierwasser bei einem Vorstellungstermin. Natürlich vermeiden Sie vorher leckere Knoblauchspeisen… Jeglicher Mundgeruch durch Nikotin, Alkohol, mangelnde Zahnpflege oder ähnlichem ist zu vermeiden. Sonst heißt es über Sie: „Den oder die kann ich nicht riechen.“ Besonders Raucher sollten auf frische und gelüftete Kleidung achten.

  • Schmuck und Schminke
    In Sachen Schmuck und Accessoires ist eher Zurückhaltung angesagt. Weniger ist mehr. Piercings und kreischende Krawatten sind beim Vorstellungsgespräch unangebracht.

Versuchen Sie, frisch und gesund auszusehen. Gehen Sie am Abend vorher zeitig zu Bett. Spaziergänge, Sport und Aufenthalt im Freien sorgen für eine gesunde Hautfarbe. Gegen Schminke ist nichts einzuwenden, aber: Am besten geschminkt sind Sie, wenn keiner merkt, dass Sie geschminkt sind.

  • Pünktlichkeit
    Planen Sie voraus, seien Sie unbedingt pünktlich, maximal 5 Minuten zu früh, aber auf keinen Fall zu spät! Planen Sie Zeit für die Parkplatzsuche ein. Lieber 15 Minuten in der Nähe warten und pünktlich, als abgehetzt und verschwitzt. Ist vorauszusehen, dass Sie sich verspäten, weil die S-Bahn wieder nicht pünktlich fährt oder weil Sie in einen Stau geraten sind, dann rufen Sie an und informieren Ihren Gastgeber. Natürlich können Sie gleich um einen neuen Termin bitten, aber in der Regel wird man Verständnis für eine plausible Entschuldigung aufbringen.
  • Begrüßung
    Ist Ihr Händedruck bei der Begrüßung trocken und fest? Bei hoher Nervosität oder sommerlichen Temperaturen sorgen Sie vor dem Vorstellungsgespräch für einen kurzen Aufenthalt auf dem WC, waschen und trocknen Sie intensiv die Hände. Motivieren Sie sich mit einigen aufmunternden Worten (Neudeutsch: "peptalk"). Denken Sie an eine erfolgreiche und positive Situation in Ihrem Leben. Sprechen Sie sich selber zu: „Heute bist Du super gut drauf! Das wird ein gutes Gespräch!“

Mit dem "Herein" betreten Sie ein fremdes Revier! Ein, maximal zwei Schritte in den Raum, dann bleiben Sie stehen und warten auf die Begrüßung durch Ihren Gastgeber. Dieser schließt die Tür! Sie haben Ihre Unterlagen in der linken Hand, mit der Rechten erwidern Sie den Handschlag (Mit welcher Hand wollen Sie die Tür schließen? Sie müssten ja auch Ihrem Gastgeber Ihre Rückseite zeigen!).

  • Sitzordnung
    Natürlich nimmt man sich nicht den Platz, an dem offensichtlich der Gastgeber gesessen hat. Überlässt der Gastgeber Ihnen die Platzwahl, so nutzen Sie dieses Angebot, um den für Sie günstigsten Platz zu wählen. Wählen Sie einen Platz mit Tageslicht von hinten so, dass Sie gleichzeitig auch die Türe (und damit mögliche "Störer") im Blick haben. Wenn Ihr Gegenüber ins Licht schauen muss, sieht er Ihr eventuelles Erröten oder das Spiel Ihrer Pupillen nicht. Eine gute Position ist meist, wenn man sich "über Eck" gegenüber sitzt. Achten Sie auf jeden Fall auf eine entspannte Sitzhaltung, beide Beine "fest auf dem Boden", nicht "sprungbereit auf der Kante" sitzen und, ganz wichtig, Ihre Hände sind offen und gut zu sehen (nicht unter dem Tisch!).
  • Körpersprache
    Ihr Körper spricht, er signalisiert je nach Körperhaltung Offenheit, Zuwendung, Interesse oder auch Verschlossenheit, Ablehnung und Unsicherheit. Letzteres verrät Ihre Gesprächspartner Ihnen, in dem er die Arme vor Ihnen verschränkt. In jedem Seminar für freies Reden lernen Sie als erste Lektion das sichere Stehen auf zwei Beinen, mit am Körper herunterhängenden Armen. Vermeiden Sie die Hände hinter dem Rücken zu verschränken. Diese Haltung verrät Unsicherheit. Auch breitbeiniges Stehen und in den Hüften abgestützte Hände deuten eher auf Arroganz und Überheblichkeit als aus Selbstsicherheit. In den Hosentaschen fest gewachsene Hände deuten auf schlechte Manieren.
  • Übernahme von Bewerbungskosten
    Ein Unternehmen muss Bewerbern die Vorstellungskosten "in nötigem Umfang" immer dann erstatten, wenn er das persönliche Gespräch ausdrücklich gewünscht hat. Dies bedeutet zum Beispiel: Bei einer längeren Anreise ersetzt die Firma dem Bewerber zumindest die Benzinkosten. Die Ausgaben für Telefonate und Essen müssen nicht übernommen werden. Allerdings kann die Übernahme der Kosten bereits in der Einladung grundsätzlich ausgeschlossen werden.
  • Die letzte Frage
    "Haben Sie noch Fragen?" signalisiert das Ende des Gespräches! Ihr Gastgeber möchte zum Schluss kommen und erwartet keine weiteren Fragen mehr. Sie dürfen lediglich noch die Abschlussfrage stellen: "Wann darf ich mit einer (positiven) Entscheidung rechnen?" Danach bedankt man sich für das "informelle" Gespräch.

Fragen, die Sie bei dem Vorstellungsgespräch beantworten sollten

  • Lebenslauf
    Bitte fassen Sie Ihren Lebenslauf mit den wichtigsten Stationen zusammen.
  • Erzählen Sie etwas über sich.
    Ihr Gesprächspartner möchte von Ihnen erfahren, was Sie in Ihrem Leben für wichtig halten.
    Hier haben Sie die Gelegenheit, zwei oder drei Minuten etwas über sich selbst zu erzählen. Erwähnen Sie dabei Ihren beruflichen Werdegang, Ihre derzeitige Berufssituation. Behalten Sie wichtige Argumente für das weitere Gespräch in der Hinterhand.
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen? oder: Was wissen Sie über uns?
    Geben Sie mit Ihrer Antwort zu erkennen, dass Sie sich über das Unternehmen hinreichend informiert haben. Hier haben Sie zudem die Möglichkeit, Fragen, die Sie wirklich interessieren, zu stellen und so in einen Dialog mit Ihrem Gesprächspartner zu treten. Ihr Gesprächspartner will wissen, ob Sie sich wirklich für das Unternehmen interessieren. Kennen Sie mehr als nur den Namen? Welche Produkte stellt das Unternehmen her, wie viele Mitarbeiter arbeiten hier. Welche Kunden sind die Zielgruppe des Unternehmens?
  • Was können Sie für uns tun, das ein anderer nicht ebenso gut könnte?
    Ihr Gesprächspartner will jetzt von Ihnen hören, dass Sie zu Ihren Leistungen und Fähigkeiten, die Sie in Ihrer Bewerbung aufgeführt haben, stehen. Man hat Sie nur deshalb eingeladen, weil Sie mehr als andere zu bieten haben ! Hier haben Sie nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, alles zu Ihren Gunsten Sprechende einzubringen. Spielen Sie ruhig den Anwalt in eigener Sache. Weisen Sie auf die Liste Ihrer beruflichen Leistungen hin, Projekte, die Sie erfolgreich in Angriff genommen haben. Stellen Sie Ihre Fähigkeiten heraus, Prioritäten zu setzen, Probleme zu erkennen, um schließlich deren Lösung tatkräftig und gestützt auf langjährige Erfahrung voranzutreiben. Das ist Ihr Auftritt!
  • Was können Sie für uns leisten?
    Welche Arbeitserfolge hatte der Bewerber. Bei dieser Frage geht es nicht um die Motivation, sondern ums "Können".
  • Was erscheint Ihnen attraktiv an dieser Position?
    Ihr Gesprächspartner möchte über diese Frage herausfinden, worauf Sie besonderen Wert legen. Nennen Sie drei oder vier Gründe, die in Ihren Augen für die neue Stelle sprechen. Erwähnen Sie auch einen weniger wichtigen, unattraktiven Aspekt.
  • Warum wollen Sie eigentlich Ihren Arbeitgeber wechseln? oder Warum wollen Sie Ihre derzeitige Firma verlassen?
    Man will wissen, ob Sie sich solidarisch zeigen und hinter Ihrem Arbeitgeber stehen.
  • Erfolge
    Nennen Sie uns Ihre wichtigsten Erfolge.
  • Stärken und Schwächen
  • Wie gut sind Ihre PC-Kenntnisse?
    Beschreiben Sie ausführlich, welche Software Sie wirklich beherrschen und wie Sie diese Software einsetzen. Rechnen Sie mit gezielten Fragen oder sogar mit einem kurzen Test.
  • Welche Ihrer Stärken würde Ihr Vater/Ihre Mutter nennen, welche Schwächen?
  • Sagen Sie mir drei Ihrer Stärken und sagen Sie mir drei Ihrer Schwächen.
  • Angenommen, ich rede mit Ihrem Vorgesetzten, was würde er als Ihre größten Stärken und Schwächen bezeichnen?
  • Welche Tätigkeiten mögen Sie nicht?
  • Was kritisiert Ihr heutiger Chef an Ihnen?
  • Was schätzen Sie, wie lange es dauern würde, bis Sie sich erfolgreich eingearbeitet haben?
    Ihr Gesprächspartner will wissen, wie realistisch Sie Ihre Leistungen und den Wechsel einschätzen können. Keine Chance für Blender! Bleiben Sie auf dem Teppich. Seien Sie realistisch! Lassen Sie erkennen, dass Sie sich den zukünftigen Aufgaben durchaus gewachsen fühlen und sicher seien, schon vom ersten Tag an Ihren Mann / Frau zu stehen. Geben Sie aber zu bedenken, dass es bis zur vollständigen Einarbeitung in die Materie wahrscheinlich ein halbes oder ein ganzes Jahr dauern könnte und dass man erst danach mit einem wirklichen großen Beitrag Ihrerseits rechnen könne. Bleiben Sie sich treu - auch wenn Ihr Gegenüber hartnäckig nachfragt!
  • Wie reagieren Sie auf Stress?
  • Wie gehen Sie mit schwierigen Kollegen um?
    Betonen Sie, dass man schwierige Situationen mit Kollegen klären muss und dass man sich auf seine Kollegen einstellen können muss.
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben? oder: Warum wollen Sie (gerade) für uns arbeiten?
    In Ihrem Anschrieben haben Sie eine Begründung genannt. Bauen Sie darauf auf. Es ist der Wunsch Ihres Gesprächspartners zu erkennen, dass Sie ein echtes Interesse am Unternehmen und der neuen Aufgabe haben.

    Hier setzt eine gute Antwort Ihre gelungene Vorbereitung voraus. Als mögliche Erklärung bietet sich z.B. an, dass das Unternehmen nach Ihren Informationen mit Aufgaben beschäftigt sei, an deren Lösung Sie gerne mitarbeiten würden. Ebenso können Sie auf die bekannte Innovationsfreudigkeit des Unternehmens eingehen. Überlegen Sie in der Gesprächsvorbereitung gut, was Sie auf diese Frage antworten wollen. Hier bietet sich eine echte Gelegenheit, Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten für die ausgeschriebene Position elegant mit einfließen zu lassen.
  • Warum haben Sie immer noch keine Stelle gefunden?
    Der Personalverantwortliche möchte hören, dass Sie Ihre Zeit zur Fortbildung und zur Vorbereitung auf die neue Stelle nutzen.
  • Wie schafft es Ihr Vorgesetzter, Sie zu Höchstleistungen anzuspornen?
  • Welche positiven bzw. negativen Gesichtspunkte spielten bei Ihrer letzten Position eine Rolle?
    Ihr Gesprächspartner interessiert sich dafür, unter welchen Bedingungen es Schwierigkeiten mit Ihnen geben kann (negative Aspekte). Orientieren Sie sich bei Ihrer Beschreibung mehr an den positiven als an den negativen Charakteristiken Ihrer letzten Tätigkeit. Vermeiden Sie es, persönliche Probleme anzuschneiden.
  • Welche waren die besonderen Eigenschaften Ihres besten oder schlechtesten Vorgesetzen?
  • Nennen Sie Ihre bedeutsamsten beruflichen Fehler.
  • Warum sollten wir Sie einstellen? oder: Warum soll ich Sie einstellen? Sagen Sie mir drei Gründe.
    Anhaltspunkte für Ihre Antwort sind: Fähigkeit, Erfahrung und Tatkraft. Diese Frage ist inhaltlich der Frage "Was können Sie für uns tun ....." gleichgestellt. Es kommt häufiger vor, dass beide Fragen innerhalb eines Gespräches gestellt werden. Bestätigen Sie Ihre erste Antwort bzw. wiederholen Sie die Kernaussagen.
  • Was ist Ihr eigenes Verständnis von der Position, um die Sie sich bewerben?
    Halten Sie Ihre Antwort kurz und beziehen Sie sich auf das Anforderungsprofil. Bevor Sie sich mit einer Antwort versuchen, machen Sie sich klar, welche Voraussetzungen Sie für die neue Stelle mitbringen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann fragen Sie Ihr Gegenüber.
  • Sagen Sie mir drei Gründe warum wir Sie nicht nehmen sollen.
  • Was tun Sie zuerst, wenn Sie bei uns anfangen?
  • Was würden Sie an Ihrem bisherigen Leben anders machen, wenn Sie es ändern könnten?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren der angebotenen Position?
  • Was lesen Sie, um sich weiterzubilden?
  • Die G-Frage: Was würden Sie gerne verdienen? oder: Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
    Dies kann einer der heikelsten Punkte des Gespräches sein. Wenn Sie schon in Ihrem Bewerbungsschreiben Ihre Gehaltsvorstellungen geäußert haben, wiederholen Sie diese. Sie können auch diplomatisch vorgehen, in dem Sie z.B. antworten "Ich nehme an, dass sich der Rahmen für die Dotierung dieser Position zwischen ..... und ....... bewegt. Liege ich mit meiner Annahme richtig ? Eine Alternative besteht darin, dass Sie die Höhe Ihres bisherigen Jahresgehaltes nennen und darauf hinweisen, dass Sie sich gerne verbessern würden. Hier ist es sehr von Vorteil, wenn Sie sich vorher über vergleichbare Positionen informiert haben.
  • Was sind Ihre Ziele für die nächsten 3 - 5 Jahre?
    Ihr Gesprächspartner möchte damit feststellen, ob Sie jemand sind, der sich Gedanken um die Zukunft macht. Nämlich um die Zukunft des Unternehmens, wenn man Sie eingestellt hat. Vergegenwärtigen Sie sich der Anfangsphase Ihrer Stellensuche. Beziehen Sie sich konkret auf Ihren künftigen Aufgabenbereich: "Als Mitarbeiter Ihres Unternehmens würde ich ..."
  • Was wollen Sie in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren sein?
  • Warum haben Sie sich bisher noch nicht selbstständig gemacht?
  • Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
  • Wie denken Sie über Ihren (letzten) Chef?
    Stellen Sie die positiven Seiten Ihres Vorgesetzten heraus. Wenn es Probleme gab, sagen Sie, was Sie störte aber sagen Sie auf keinen Fall etwas abfälliges.
  • Was würde Ihr (ehemaliger) Chef über Sie sagen, wenn ich ihn jetzt anrufe?
    Es geht darum, herauszufinden, welches Fremdbild Sie über sich haben. Eine gute Gelegenheit, Ihre Qualitäten und Leistungen noch einmal hervorzuheben. Wählen Sie 2 oder 3 konkrete Beispiele, aus denen die positive Beurteilung Ihres (ehemaligen) Arbeitgebers hervorgeht. z.B.: Er würde sagen "Frau Huber hat erheblich zur Verbesserung unserer Arbeitsabläufe im Bestellwesen beigetragen. Sie hat schnell erkannt, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt und diese dann auch umgesetzt. Sie handelt umsichtig und zielstrebig."
  • Können Sie unter Termindruck arbeiten?
  • Wie haben Sie Ihr Stellenprofil verändert?
  • Mögen Sie Stab- oder Frontarbeit? Warum?
  • Welche Probleme, die zuvor keinem aufgefallen waren, konnten Sie in Ihrer jetzigen Stelle ausmachen?
  • Glauben Sie nicht, Sie wären in einer Firma anderer Größenordnung besser aufgehoben? In einem anderen Unternehmenstyp?
  • Wie lösen Sie Konflikte im Team?
  • Was war die schwierigste Entscheidung, die Sie je treffen mussten?

Provozierende Fragen, die Sie bei dem Vorstellungsgespräch beantworten sollten

  • Wer hat dieses Kostüm oder diesen Anzug für Sie ausgesucht?
  • Glauben Sie, dass Sie mit diesem Schmuck oder dieser Krawatte Eindruck schinden können?
  • Warum sind Sie so nervös?
  • Glauben Sie, dass Sie mit diesen Unterlagen eine Stellung finden?

Fragen, die von dem Unternehmen bei dem Vorstellungsgespräch beantwortet werden sollten

  • Fragen zum Unternehmen, die Sie nicht aus dem Unternehmensbericht beantworten konnten.
  • Fragen, die durch den Geschäftsbericht aufgekommen sind.
  • Fragen zur Position, besonderen Anforderungen, Berichtswege und Stellenbeschreibung.
  • Fragen zu Ihrem Vorgänger, dem Grund seines Wechsels oder Dauer seines Verbleibs.
  • Fragen zum Führungssystem und Zielvereinbarung
  • Fragen zu den Leistungen wie Gehalt, Urlaub, Kantine, Fortbildung, etc.

Während des Vorstellungstermins müssen Sie auch damit rechnen, dass Sie einen ungeübten Interviewer vorfinden. Dann könnte es sein, dass Sie zumindest den Beginn des Gespräches selbst in die Hand nehmen müssen. Bereiten Sie dafür Fragen vor.

So sollte Ihr Auftreten während des Vorstellungstermins sein

  • Kleiden Sie sich seriös, aber nicht aufdringlich. Keine Experimente!
  • Vermeiden Sie unruhige Farbkombinationen, Broschen, auffällige Krawatten, weiße Socken und alles, was die Aufmerksamkeit Ihrer Gesprächspartner von Ihrem Gesicht ablenken könnte.
  • Wenn Sie die Gelegenheit haben herauszufinden, wie der Kleidungsstil im Unternehmen ist, nutzen Sie dies: Sie sollten sich ein wenig über diesem Standard einordnen.
  • Seien Sie pünktlich!
  • Denken Sie daran, dass es Ihr Ziel ist, künftig an jedem Morgen ein freundlichen Lächeln vom Pförtner, der Empfangsdame oder der Sekretärin Ihres Chefs zu bekommen. Was hält Sie davon ab, jetzt besonders freundlich zu sein?
  • Nehmen Sie sich eine Tageszeitung oder ein Wochenmagazin als Lektüre mit.

So sollte das Gespräch und Ihre Körpersprache während des Vorstellungstermins sein

  • Wenn Sie einen introvertierten Gesprächspartner vorfinden, gestalten Sie das Gespräch durch offene Fragen selbst (wie, wann, wo, wer, was?).
  • Hören Sie aktiv zu. Die Faustregel: 70% reden - 30% hören.
  • Gehen Sie auf die Antworten Ihres Gegenüber ein.
  • Antworten Sie mit modulierter Stimme.
  • Drücken Sie sich mit passenden Worten aus. Vermeiden Sie Sätze wie "Sag ich mal.." oder Worte wie "man".
  • Fragen Sie, ob Sie sich Notizen machen können. Fügen Sie neue Fragen in Ihre Frageliste ein.
  • Nutzen Sie die intelligente Struktur Ihrer Liste, um die verbleibenden Fragen am Ende des Gespräches zu stellen.
  • Bleiben Sie offen. Treten Sie selbstsicher auf.
  • Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Arme nicht verschränken.
  • Bauen Sie keine Barrieren aus Kaffeetasse, Schreibblock oder sonstigen Utensilien auf.
  • Halten Sie Blickkontakt, aber nicht starren.
  • Nehmen Sie sich vor diese Chance zu nutzen, um die Seele Ihres Gesprächspartners zu ergründen.
  • Schreiben Sie auf, was Sie sehen. Sie kommen dann nicht erst in die Versuchung, ständig den Fußboden oder Ihren Bleistift zu fixieren.
  • Versuchen Sie entspannt zu sitzen ohne die Beine übereinander zu schlagen. Setzen Sie beide Fußsohlen fest auf den Boden. Üben Sie das zu Hause.
  • Testen Sie es selbst! Setzen Sie sich an einen Tisch gegenüber Ihres Partners oder Freunden. Bitten Sie sie, einen kurzen Satz mit den Beinen auf dem Boden, mit überkreuzten Fußgelenken unter dem Stuhl oder mit überkreuzten Beinen zu sprechen. Bemerken Sie den Unterschied, auch wenn Sie nicht direkt sehen wie die Beine stehen? Wenn Sie "mit beiden Beinen auf dem Boden stehen" wirken Sie einfach überzeugender !
  • Halten Sie die Hände ruhig.

So sollte das Vorstellungsgespräch enden

  • Nehmen Sie sich genügend Zeit für das Gespräch. Es sollte Ihnen auf keinen Fall passieren, das Vorstellungsgespräch beenden zu müssen, weil Sie noch einen anderen Termin haben.
  • Gehen Sie nicht hinaus, ohne dass Sie das Vorstellungsgespräch beurteilen.
  • Sagen Sie, dass Sie das Gespräch gut fanden, der Job sie sehr reizt, das Unternehmen Sie noch mehr als zuvor interessiert, die Aufgabe spannend ist, oder was auch immer aus Ihrer Sicht eine faire, aber positive Quittung wäre.
  • Machen Sie sich einen Aufkleber an die Innenseite des Verschlusses Ihrer Aktentasche, einen Knoten in das Lederband Ihrer Handtasche oder was immer Sie spätestens beim Einpacken Ihrer Unterlagen an die Quittung erinnert.
  • Holen Sie sich jetzt auch Ihre Beurteilung !
  • Fragen Sie, wie das Gespräch aus der Sicht Ihres Verhandlungspartners verlief, was der nächste Schritt der Gespräche sein würde, wie eine Bewertung des Gesprächs darstellbar wäre, etc.
  • Bevor Sie gehen, prüfen Sie, ob Sie alle Fragen gestellt haben. Verabschieden Sie sich nach dem Ende des Gespräche auch von Pförtner, Empfangsdame und Sekretärin und vergessen Sie nicht, eventuell Ihr Besucherschild wieder abzugeben.

 

Fragetechniken

Bei den so genannten Fragetechniken, geht es darum, eine Frage richtig zu formulieren und gezielt Reaktionen hervorzurufen. Wer fragt, der führt. Versuchen Sie bevor Sie eine Frage stellen, zuerst den Hintergrund der Frage zu erläutern. Dann stellen Sie die Frage als:

Offene Fragen

Die offene Frage beginnt mit einem
Was? Wie? Wo? Wann? Wer? Warum? Welche? Wieso? etc.
Diese Frageform erlaubt es dem Antwortenden, beliebig viele Informationen zu senden.
Auf eine offene Frage kann man meistens nicht mit einem Ja oder Nein antworten.
Beispiel: „Wo haben Sie Ihren Wagen geparkt?“

Geschlossene Fragen

Die geschlossene Frage hingegen provoziert die Beantwortung mit Ja oder Nein.
Beispiel: „Hatten Sie eine gute Fahrt?“

Die Alternativfrage

Hier hat der Gesprächspartner zwischen zwei Möglichkeiten.
Beispiel: „Sind Sie mit dem Auto gefahren oder mit der Bahn?“

Präzisionsfragen

Präzisionsfragen werden immer dann gestellt, wenn der Fragende mehr Details zu einer Information wünscht.
Beispiel:

„Welche Ausbildung ist besser geeignet für diese Stelle?“

„Welche Erfahrungen....?“

„Worin müssen sie besser sein?“

„Größerer Umsatz im Vergleich zu wem?“

„Was würde passieren, wenn Sie morgen anfangen sollen?“

Aktive Zuhörer-Fragen

Diese Art der Fragen sind einfach und doch wirkungsvoll. Sie fassen das, was der andere soeben berichtet hat, sinngemäß in Ihren Worten zusammen.
Beispiel: „Wenn ich Sie richtig verstehe, dann wollen Sie also sagen, dass Sie einen erfahrenen Analytiker für diese Stelle bevorzugen?“

Motivierungsfrage

Sie wollen Ihren Gesprächspartner anregen, sich zu öffnen.
Beispiel: „Was sagen Sie als erfahrener Fachmann dazu?“

Provokatorische Fragen

Mit einer provokatorischen Frage zwingen Sie Ihren Gesprächspartner in eine rechtfertigende Rolle.
Beispiel: „Können Sie das als erfahrener Abteilungsleiter etwa nicht?“

Die Suggestivfrage

Mit dieser Fragetechnik können Sie ihren Gesprächspartner manipulieren.
Beispiel: „Sie suchen doch sicher einen erfahrenen Fachmann für diese Position?“

Die Gegenfrage

Eine Gegenfrage kann Ihnen Zeit zum Nachdenken verschaffen. Sie zwingt Ihren Gesprächspartner seine Fragestellung zu verändern.
Beispiel: „Können Sie mir Ihre Frage erklären?“

Die rhetorische Frage

Eine rhetorische Frage beinhaltet bereits die Antwort.
Beispiel: „Sie haben doch sicher schon einmal etwas von der Firma xy gehört?“ Besonders bei der Gesprächseröffnung bieten sich geschlossene Ja-Fragen an. Mit einer Ja-Fragen-Kette, das heißt die Verkettung von einigen geschlossenen Fragen, die nur mit Ja beantwortet werden können, haben Sie die Möglichkeit, Ihren Gesprächspartner positiv zu konditionieren. Ja ist ein Wort mit angenehmer Ausstrahlung.